Aggressive Kinder spielen Gewaltspiele
Heute hab ich in der neuen c´t gelesen (das Abo, das ich zu Weihnachten bekommen hab, ist echt fein) und da stand ein interessanter Beitrag mit der Überschrift “Schüler und Computerspiele” (c’t 2/2007, S. 36).
In dem besagten Artikel geht es darum, dass nicht die Spiele die Kinder aggressiv machen, sondern, dass die Kinder schon vorher aggressiv und gewaltbereit sind. Die Kinder wählen also die Computerspiele nach ihrem eigenen Charakter.
“Jungen, die ohnehin ein aggressives Verhalten an den Tag legen, tendieren eher dazu, sich mit gewalthaltigen Computerspielen zu beschäftigen. Diejenigen Mädchen hingegen, die eher zum Lügen und Intrigieren neigen, wählen eher Rollenspiele als Lieblingsspiele aus.”
Das sei auf jeden Fall das Ergebnis einer Studie
“zweier Psychologinnen am Fachbereich Erziehungswissenschaften und Psychologie der Freien Universität Berlin, die voraussichtlich im Kohlhammer-Verlag veröffentlicht werden soll.”
Die Computerspiele dienen also als Plattform für die Jugendlichen, ihren Charakter auszuleben. Sollen also auch Rollenspiele verboten werden, weil sie Mädchen zum Lügen bringen?
Ich finde das Ergebnis sehr interessant und ich finde, es ist ein Schritt in die richtige Richtung zu forschen. Eben nicht nach einem Kriminal- oder Gewaltakt erkunden welche Spiele der Täter auf dem PC hatte, sondern eher den Charakter und das Verhalten der Kinder vor und nach der Wahl ihrer Lieblinsspiele.
War das Kind schon gewalttätig bevor es Gewaltspiele spielte oder wurde es erst durch die Spiele so aggressiv?
Das sind die Fragen, die wir uns stellen müssen. Und anscheinend fragen die zwei Frauen genau das. Bravo!
Nun hoffe ich nur noch, dass die Politiker die nötige Intelligenz und Kompetenz haben diese und weitere, hoffentlich folgende Studien richtig zu interpretieren und über ihre Vorurteile und Schnellschuss-Entschlüsse nachzudenken.
… ich bezweifle es jedoch …