Gerade eben habe ich einen aktuellen Artikel bei golem.de gefunden, der über eine aktuelle Studio von der FH Nordwestschweiz in Basel berichtet. Olivier Steiner (der Autor der Studie) schreibt, dass Computerspiele nicht als alleinige Ursache für eine gestiegene Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen betrachtet werden darf. Dieser Ansicht bin ich auch schon seit längerem.
Vielmehr sei es ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren. Hierzu ein Zitat aus dem Artikel:
Die Forschung zeige, dass die Gewaltdelinquenz von Jugendlichen durch eine Kumulation von problematischen Faktoren bedingt sei: dem Erziehungsstil der Eltern, Geschlechterrollenstereotypen, Depressionsneigung, Beziehungen zu Mitschülern und Lehrpersonen und Armut. Welchen Beitrag Computerspiele leisten würden, sei bislang nicht erfolgt – entsprechenden Studien sei stets von anderen Forschern widersprochen worden. Zukünftige Forschung müsse verstärkt Risikofaktoren im Zusammenhang mit Aggression und Computerspielen während des Aufwachsens untersuchen.
Ebenso wird erwähnt, dass viele Eltern ihre Kinder nicht davon abhalten, die ungeeigneten Spiele zu spielen. Viele wissen nicht einmal, welche Spiele ihre Kinder spielen. Denn viele Spiele werden ja als “nicht jugendtauglich” eingestuft und dennoch von den jugendlichen gespielt. Hier müssten also wohl eher die Eltern den Riegel vorschieben, als die Politik.
Im letzten Abschnitt des Artikels wird dann noch geschrieben:
Steiner zieht das Fazit, dass eine generelle Gefährdung Heranwachsender allein durch den Konsum von Gewaltdarstellungen in Neuen Medien aus wissenschaftlicher Sicht als kaum existent angesehen werden müsse: “Medienwirkungen entfalten sich immer im Zusammenhang mit sozialen, personalen und medialen Kontextfaktoren, die überdies komplex vernetzt sind.” Bei belastenden Faktoren könne bei bestimmten Gruppen von Heranwachsenden durch den Konsum von gewaltdarstellenden Neuen Medien allerdings eine erhöhte Gefährdung bestehen.
Es ist also richtig, dass die Gewaltdarstellung unter bestimmten Umständen zu einer erhöhten Gewaltbereitschaft führen kann. Man sollte sie aber nicht als allgemein gefährlich einstufen und am Ende deshalb Computerspielwettbewerbe verbieten oder absagen. Parteien, die solche Sachen machen, sollten vielleicht auch daran denken, dass Wahljahr ist. Und gerade die Stimmen der Jugend scheinen den Parteien doch immer so wichtig…